31.07.2012

Mal eben 100.000 Euro gespart

Und gleich noch ein Kommentar, den wir hier als Beitrag veröffentlichen. Geschrieben wurde er zu "Feiertage nicht bezahlt":  

Die Vermutung ist zu unterstreichen, dass es sich bei all den "kleinen Fehlern" nicht mehr um kleine (verzeihliche) Fehler handeln kann, sondern die Vermutung naheliegt, dass das Ganze Methode hat. Und zwar eine besonders fiese Methode. Denn wer von uns macht sich schon den ganzen Aufwand, permanent die undurchsichtige Lohnabrechnung zu zerfieseln und alle Posten nachzuzählen und nachzurechnen? Wer macht schon die vermeintlich geringen Differenzen permanent geltend? In meinem Fall geht es monatlich im Schnitt um 8 Euro. Eine Lapalie, bei der sich das Arbeitsgericht womöglich belästigt fühlt. Aber rechnen wir das mal hoch: 8 Euro x 1300 Zusteller, das sind über 10.000 Euro im Monat oder über 100.000 Euro im Jahr, die mal eben mehr in den Taschen der Anteilseigner bleiben und uns klammheimlich abgezwackt werden. Im ersten Schritt sollten alle mal via Blog vermelden, welche Differenzen auftauchen.
Um mit mir anzufangen: Ich stelle Differenzen fest bei der Abrechnung der Probeabos, auch weitere Differenzen bei den Stückzahlen. Korrekturmeldung nutzlos, denn wenn korrigiert wird, dann wird das Chaos in der Abrechnung noch größer. Ich fordere deshalb eine klar nachvollziehbare Lohnabrechnung, aus der für den Abrechnungs-Zeitraum klar hervorgeht:  Wieviele Voll-/Teilabos hatte ichund welche Gewichte hatten Zeitungen/Beilagen? Die Daten sind ja alle da, es fehlt halt schlicht am Willen!

Kommentare:

  1. Dieser Betrag ist ein (vermutlich kleiner!) Teil dessen, was ganz piano und kaum wahrnehmbar von den Beilagen- und Gewichtzuschlägen zu Gunsten des Konzerns umgeleitet wird! Liebe Leute, wir benötigen dringend eine transparente Abrechnung und eine faire Vergütung!!!

    AntwortenLöschen
  2. Pecuniarius13.08.12, 22:27

    1.) Wie erkennen Sie Probeabonnements? Die besonderen Bezeichnungen für Probeabonnements wurden doch schon vor etwa 15 Jahren abgeschafft, um die Zusteller daran zu hindern, Probeabonnements anders zu behandeln als reguläre Abonnements.
    2.) Die Stückzahlen kann man den täglichen Bestandsmeldungen entnehmen, sofern man nicht zu den zahlreichen Zustellern gehört, die diese Meldungen unverzüglich in den Papierkorb werfen. Dabei muss man allerdings beachten, dass die Bestandsmeldungen zu jeder Zustelltour je ein Trägerexemplar für alle Münchner Stadtzeitungen (SZ, AZ, MM, TZ) enthalten. Wenn man diese 4 unbezahlten Zeitungen pro Tour nicht abzieht, ergeben sich natürlich Differenzen. Haben Sie das berücksichtigt?
    3.) Was tatsächlich fehlt, sind die Tabellen der Beilagenvergütungen und Gewichtszuschläge. Damit sind nicht die vollständigen Lohnabrechnungslisten für jede Tour gemeint, aus denen man diese Daten entnehmen kann, sondern Tabellen, die auf 1 oder 2 Seiten nur diese Daten enthalten und sonst nichts. Solche Tabellen wurden bis in die Mitte der 90er-Jahre an interessierte Zusteller ausgegeben. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man im Lohnbüro durchaus bereit wäre, diese Tabellen wieder zu liefern, wenn man es mit Verhandlungspartnern zu tun hätte, die sich in der Materie auskennen und wissen, was gebraucht wird.

    AntwortenLöschen
  3. Paranoicus13.08.12, 22:42

    Es wird nicht leicht sein, dem empörten Aufschrei der Banausen zu widerstehen, aber es gibt nichts zurückzunehmen. Nichts würde mich mehr freuen als von Betriebsräten zu hören, die mehr können als die Betriebsräte, die ich kenne und meine. Wenn Euch die problematischen Beiträge, die Ihr nicht veröffentlichen wollt, vor allem die lehrreichen Ausführungen von Pecuniarius, wenigstens zum Nachdenken angeregt haben, waren sie nicht umsonst. Andernfalls sage ich mit Archipoeta: "Et habeas bonam pacem qui sedes post fornacem".

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Redaktionsteam13.08.12, 22:48

      @Paranoicus: Was wir nicht verstehen, kann uns auch nicht zum Nachdenken anregen.

      Löschen
  4. Pecuniarius14.08.12, 09:48

    Nachdem ich von Paranoicus den Staffelstab in Sachen Lohnabrechnung übernommen habe, möchte ich einiges Grundsätzliche zu dem Thema sagen:
    An Hand des Lohnzettels kann man nicht die Richtigkeit, sondern nur die Vollständigkeit der Lohnabrechnung überprüfen. Um die Richtigkeit zu prüfen, muss man die Lohnabrechnung nachrechnen. Dazu bedarf es verschiedener Voraussetzungen:
    1.) Ein umfassendes Wissen über die Berechnung des Lohns, das man nicht aus Büchern entnehmen kann.
    2.) Ein Lohnabrechnungsprogramm, das man nicht kaufen kann, sondern selbst entwickeln muss. Dafür benötigt man zusätzliche Kenntnisse in Mathematik und Computerprogrammierung.
    3.) Hilfsmittel wie die gestaffelte Tabelle zur Umrechnung von Gewichten in Gewichtszuschläge sowie die Tabellen der Beilagenvergütungen und Gewichtszuschläge.
    Ich kenne nur einen Zusteller und keinen Betriebsrat, der alle diese Voraussetzungen erfüllt, sofern ihm die Tabellen der Beilagenvergütungen und Gewichtszuschläge geliefert werden. Das Anrecht auf diese Tabellen gehörte bis in die Mitte der 90er-Jahre zum sozialen Besitzstand der Zeitungszusteller, kam aber dann irgendwie abhanden.
    Was folgt daraus für die Aktivitäten der Betriebsräte? Betriebsräte können sich nützlich machen, indem sie sich um die Wiederbelebung des alten Anrechts bemühen, aber sie sollten sich nicht um Dinge kümmern, von denen sie nichts verstehen, denn damit erreichen sie nur das Gegenteil.

    AntwortenLöschen
  5. @ Pecuniarius: Danke, daß wir kleinen Dummerchen von dir endlich aufgeklärt werden über die Besonderheiten von Lohnabrechnungen und Computer-Programmierungen. Wir dachten, die arbeiten in Stuttgart mit Rechenkugeln. Leider bestätigst du unseren Verdacht: es gibt nur einen Menschen, der da noch durchblickt! Aber was willst du jetzt eigentlich? Du sagst selbst, die Lohnabrechnungen sind nicht nachrechenbar. Sie müssen aber gerade nachrechenbar sein. Und nun? Die Übergabe der von dir so bezeichneten "gestaffelten Tabelle" ist übrigens schon längst Gegenstand eines Beschlussverfahrens. Es ist dir vielleicht nicht entgangen, dass die Geschäftsleitungen auf keine Anfragen reagieren und alle Auskünfte erst mühsam über Gerichtsverfahren erkämpft werden müssen. Welche Probleme du damit auch immer hast, du solltest sie vielleicht einfach einmal mit den Betriebsräten besprechen, statt dich hier über all die vermeintlich Dummen zu erheben.

    AntwortenLöschen
  6. Pecuniarius20.08.12, 09:24

    @Renata: Die von mir genannten Voraussetzungen beziehen sich nicht auf das Lohnbüro in Stuttgart, das natürlich nicht mit Rechenkugeln arbeitet, sondern auf den Zusteller (oder auch Betriebsrat), der die Richtigkeit der Lohnabrechnung durch Nachrechnen überprüfen möchte. Für den mir bekannten Zusteller, der alle genannten Voraussetzungen erfüllt, sofern ihm die Beilagenvergütungen und Gewichtszuschläge zugänglich gemacht werden, war die Lohnabrechnung schon seit vielen Jahren bis vor Kurzem nachvollziehbar, da er eine vollständige Abrechnungsliste zu einer bestimmten Tour erhielt, aus der er die gewünschten Daten entnehmen konnte. Erst durch das ungeschickte Eingreifen eines Betriebsrats wurde die Lieferung dieser Liste ausgesetzt. Vermutlich war es nicht der Betriebsrat, dem Sie angehören. Deshalb wäre es besser gewesen, nicht von DEN Betriebsräten, sondern von den mir bekannten Betriebsräten zu reden. Der erwähnte Zusteller besitzt auch schon seit vielen Jahren die Tabelle zur Umrechnung von Gewichten in Gewichtszuschläge, die nach Ihrer Aussage und zu meiner Verwunderung schon längst Gegenstand eines Beschlussverfahrens ist. Wäre er vom Betriebsrat um Rat gefragt worden, so hätte er die Auskunft sicherlich nicht verweigert. Dass er umgekehrt weder die Notwendigkeit sieht noch das Bedürfnis verspürt, sich bei Dilettanten anzubiedern, kann ich sehr gut verstehen. Ich sage nun ausdrücklich, dass dies nicht für alle, sondern nur für die mir bekannten Betriebsräte gilt. Den Ausdruck "Dummerchen" habe nicht ich gebraucht.

    AntwortenLöschen
  7. @Pecuniarius: Dunkel ist deiner Worte Sinn. Wer sind die Klugen, wer sind die "Ungeschickten"? Ist ja schön, dass ihr offensichtlich eine Geschäftsführung habt, die alle Daten herausgerückt hätte, wenn das nicht von wem auch immer vergeigt worden wäre.... Abenteuerlich, mit Verlaub! Wenn´s denn einen solchen Geschäftsfüher in München geben sollte, dann Glückwunsch. Nimm aber bitte zur Kenntnis, dass dies nicht in den Niederungen des Münchner Zentrums oder des Ostens der Fall ist. Und noch mal: Es ist ja schön, dass es diesen einen dir bekannten Zusteller gibt, der den vollen Durchblick hat. Den habe ich nach vielen Jahren auch - und darum stelle ich ja fest, dass die Abrechnungen fehlerhaft sind. Lohnabrechnungen sollen aber gerade NICHT so sein, dass Zusteller, die 25, 26 Nächte im Monat für ein paar hundert Euro arbeiten, alles sammeln und mühsam nachrechnen müssen, um ihre Abrechnung kontrollieren zu können.
    PS: "Dummerchen" war meine Eigeneinschätzung nach deinen lehrsamen Ausführungen.

    AntwortenLöschen
  8. Pecuniarius05.09.12, 21:31

    @Renata: Wie ich sehe, sind wir uns im Wesentlichen einig. Ich sehe aber immer noch nicht, wie jemand die Abrechnung kontrollieren soll, ohne sie nachzurechnen, unter den von mir weiter oben genannten Voraussetzungen, zu denen auch ein umfassendes Wissen gehört. Dem Wissenserwerb diente früher auch das Sammeln von Dokumenten. In der heutigen Kommunikationswüste gibt es leider nichts mehr zu sammeln, von den täglichen Bestandsmeldungen abgesehen. Das Anrecht auf eine korrekte Abrechnung hat Jeder, aber die Kontrolle bleibt einigen Wenigen vorbehalten, denn so einfach, wie Mancher vielleicht meint, ist die Lohnabrechnung nun einmal nicht.
    Die vollständigen Daten WÄREN nicht herausgerückt worden, sondern wurden tatsächlich jahrelang zur Verfügung gestellt - nicht von der Geschäftsführung, sondern direkt vom Lohnbüro in München, allerdings unter wohlwollender Duldung der Geschäftsführung. Einige Zeit auch noch vom Lohnbüro in Stuttgart, bis ... (nun ja, lassen wir das!). Über die Zusammenarbeit mit dem früheren Lohnbüro kann ich nur Gutes berichten. Erst nach der Auslagerung hat sich der Ungeist ausgebreitet.
    Falls noch ein Rest meiner Worte im Dunkeln geblieben ist, so mag er ruhig dort bleiben. Vielleicht begegnet man sich irgendwann im Tageslicht, wenn es um die gemeinsame Sache geht.
    Pecuniarius

    AntwortenLöschen
  9. Obwohl eine ganze Reihe von Zeitungsträgern so genannte Händlerpakete zustellt, wurde dieses Thema bisher noch nie angesprochen. Unter Händlerpaketen verteht man Zeitungen, die nicht nur paketweise geliefert, sondern auch paketweise zugestellt werden. Dies sei gesagt für den Fall, dass anderswo andere Bezeichnungen für die gleichen Objekte üblich sind. Im Vergleich zu Einzelexemplaren wird für die Zeitungen in Händlerpaketen ein deutlich geringerer Stücklohn gezahlt.
    Die Beschwerde eines mir bekannten Zustellers dürfte alle Zusteller von Händlerpaketen interessieren. Man sollte meinen, dass auch für Händlerpakete, die ja ein Teil der gesamten Zustellmenge sind, gegebenenfalls ein Feiertagslohn gezahlt werden muss. Als sich das Lohnbüro noch in München befand, war diese Auffassung stets unbestritten, aber in Stuttgart denkt man gar nicht daran, sich dieser Auffassung anzuschließen. Noch schlimmer ist, dass man alle Reklamationen und Bitten um eine stichhaltige Begründung der Zahlungsverweigerung hartnäckig ignoriert. Es ist, als würde man gegen Wände anrennen.
    Dieser Anlass wäre eine Gelegenheit, sich nicht nur zum Feiertagslohn, sondern zu allen Problemen, die im Zusammenhang mit Händlerpaketen auftreten oder aufgetreten sind, zu äußern. Ich würde es begrüßen, wenn jemand die Rolle des "advocatus diaboli" übernehmen und mit gewichtigen Argumenten begründen würde, warum für Händlerpakete kein Feiertagslohn gezahlt werden muss. Denn eine schlüssige Argumentation in diesem Sinne würde mich wenigstens von dem unguten Gefühl befreien, einer Mauer von Arroganz und Borniertheit hilflos gegenüber zu stehen.
    Liebes "Hexerl", wie wär's, wenn Du Dich wieder einmal melden würdest? Dein eindeutig-zweideutiger Beitrag, der nun schon einige Zeit zurückliegt, hat uns sehr viel Freude bereitet.

    AntwortenLöschen
  10. Diurnifer_Dux23.09.12, 19:16

    Können wir bei der Entwirrung des Gordischen Knotens helfen? Alexander der Große steht bereit.

    AntwortenLöschen
  11. Paranoicus23.09.12, 19:19

    "Was lange währt, wird endlich gut." Ich bin gespannt.

    AntwortenLöschen
  12. Diurnifer_Dux23.09.12, 19:28

    @Outis: Jakob, das Schwein
    Sei geduldig, lieber Jakob, in deinen Leiden", sagte der Bauer, "die Herren suchen ein Schwein und das geht dich nichts an."

    AntwortenLöschen
  13. Jens Schulenburg28.09.12, 22:30

    Meiner Meinung nach sollte man diesen Blog langsam aber sicher schliessen, da er wenn überhaupt sehr schlecht geführt wird! Tut mir leid,aber so isses!
    Es gibt bei den ZVS noch 3 BR Gremien die um unsere Rechte sehr hart und ohne grosse Unterstützung von Verdi um die Belange der Zusteller kämpfen. Die einzige, leider aber auch kostenintensive Unterstützung erhalten diese Gremien nur noch von Rechtsanwälten die nicht Verdi-zugehörig sind . Es ist teilweise zum verzweifeln wie sehr man die Lauterbarkeit der noch übriggebliebenen Betriebsräte in diesem Blog anzweifelt. Ich persönlich kann nur eines sagen , und das mit reinem Gewissen das die BRs der ZVR, ZVK und ZVS wenn auch manchmal nicht mehr mit dem Elan zu Werke gehend wie am Anfang, sehr mutig den Kampf weiter führen und nichts unversucht lassen dem Treiben der Südwestholding Einhalt zu gebieten.
    Traurig ist das gerade ehemalige BRs oder noch existierende Betriebsräte diesen Gremien, warum auch immer nicht trauen! Kein Zusammenhalt , Misstrauen und so weiter wird den Erfolg der Konzerne nicht aufhalten! So das musste mal gesagt werden. Wir , und da spreche ich vom BR der ZVR Ramersdorf GmbH werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln um unsere Rechte kämpfen. Man macht uns schlecht, man diffamiert uns, aber wir geben nicht auf!!

    Betriebsratsvorsitzender ZVR Ramersdorf GmbH
    Jens Schulenburg

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Jens: Danke für deine Wertschätzung ehrenamtlicher Bloggerei, mit der wir uns ganze Nächte um die Ohren geschlagen haben... - Aber eine Frage hätten wir noch: Warum sollte ver.di Prozesse zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat vertreten? Der Arbeitgeber, der euch die Prozesse durch sein Verhalten einbrockt, würde sich doch ins Fäustchen lachen, wenn für ihn auch noch die Gewerkschaft die Prozesse bezahlen darf!

      Löschen
    2. Jens Schulenburg04.10.12, 23:44

      Hallo Redaktionsteam, ich schätze eure Arbeit nicht als gering ein. Was mich einfach stört ist das oft tage zeitweise sogar wochenlang an diesem Blog nichts bearbeitet wird. - Zu eurer Frage: Das Verdi die Prozesskosten für die Arbeitgeber nicht übernehmen soll ist doch wohl logisch. Viel mehr bräuchten Mitarbeiter der ZVs Unterstützung bei den Kosten die anfallen, wenn sie aus Gründen des Individualrechts persönlich klagen müssen. Viele Rechtsanwälte machen sich oft nicht die Mühe, solche Sachen durchzuziehen, da der Streitwert so gering is und deshalb finanziell für sie nicht viel heraus schaut(z.B. Weihnachtsgeld und monatlich wiederkehrend fehlerhafte Lohnabrechnungen). Wir haben dies des öfteren erlebt. Unsere Zusteller können oft nicht nach vollziehen, warum der BR für viele Anliegen nicht mehr als vorbereitende Arbeit machen kann.

      Löschen
    3. Lieber Jens, wie gesagt, die Bloggerei geschieht ehrenamtlich - und wie du an den Zeiten sehen kannst, meistens in der Nacht. Aber zur anderen Sache: Finanzielle Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis werden doch von ver.di für Mitglieder immer vertreten, auch wenn es nur vergleichsweise geringe Beträge sind. Das Problem liegt doch eher woanders: Es muss auch für das Gericht nachvollziehbar werden, dass es eben keine kleine Bagatelle ist nach dem Motto "Fehler können schon mal passieren". D.h. es muss dokumentiert werden, dass es sich um eine fortdauernde Schlamperei (und in der Steigerungsform Unwillen oder gar Vorsatz) handelt. Wir arbeiten hier ja alle daran, dass das den Betroffenen klar wird und sie in eigener Sache aktiv werden! Das Überprüfen der Abrechnen, das Ausrechnen der Differenzen, die Geltendmachung und die Dokumentation kann ihnen keine Gewerkschaft und kein Anwalt abnehmen.

      Löschen
  14. Schön das alle schreien aber sich in Wirklichkeit fast keiner traut den Mund aufzumachen oder gar den BR's Beweise zukommen zu lassen um endlich den Machenschaften des Lohnbüros auf die Schliche zu kommen. Das ist leichter als Ihr glaubt . Es muss eben nicht jeder ein Mathematiker sein, denn die wissen genau das viele Mitarbeiter ihre Abrechnungen gar nicht erst anschauen. Wenn doch mal einer was zu beanstanden hat wars leider wieder mal ein Computerfehler. Hahaha, der muss dafür ständig herhalten. Dem muss doch mal der Auftrag entzogen werden wegen zu hoher Reklamationsaufkommen, oder?
    Zusteller wehrt Euch doch endlich mal, es ist doch Euer hart verdientes Geld.Zusammen mit den Betriebsräten!

    AntwortenLöschen
  15. Diurnifer_Dux04.10.12, 22:45

    @Jens_Schulenburg: Lieber Herr Schulenburg, um Missverständnissen vorzubeugen, sage ich gleich
    zu Beginn, dass ich die Institution "Betriebsrat" uneingeschränkt bejahe und dass wir uns in der Zielsetzung vollkommen einig sind. Darüber sollte sich die Gegenseite keinerlei Illusionen hingeben. Wenn Sie im Folgenden der Meinung sind, dass irgendwelche Aussagen Sie nicht betreffen, so brauchen Sie sich auch nicht betroffen zu fühlen. So viel ich weiß, sind Sie der Betriebsratsvorsitzende von ZVR, und diesen Betriebsrat kenne ich nicht. Meine Aussagen beziehen sich grundsätzlich nur auf das, was ich kenne.
    Auf der anderen Seite sollten aber auch Sie mit Blankoschecks und Garantien für andere
    Betriebsräte, die Sie nicht wirklich, sondern nur durch deren Selbstdarstellung kennen, sehr
    vorsichtig umgehen. Ein undefinierbares Gemisch von Betriebsrat, Verteilstellenleitung und
    unwissender Belegschaft unter dem Deckmantel des Betriebsrats gibt sehr wohl Anlass zu Zweifeln und Misstrauen. Solche Bedenken wurden aber im Blog nur am Rande und andeutungsweise (z.B. durch Paranoicus) geäußert. Dass in diesem Blog die Lauterkeit der Betriebsräte generell in Zweifel gezogen wird, kann ich beim besten Willen nicht erkennen.
    Ich bin weit davon entfernt, die schwierige Arbeit der Betriebsräte gering zu schätzen. Diese Arbeit mit all ihren mehr oder weniger erfreulichen Beleitumständen kenne ich besser als Sie denken. Aber auch Sie sollten sich davor hüten, das Redaktionsteam, das nach meiner Meinung für seinen selbstlosen Einsatz hohe Anerkennung verdient, durch abwertende Bemerkungen zu verunglimpfen und zu demotivieren. Der Blog ist das Beste, was mir in meiner langjährigen unfreiwilligen Tätigkeit als Zeitungszusteller begegnet ist, und es wäre jammerschade, wenn er durch die Resignation des Redaktionsteams zunichte gemacht würde. Wenn man in einer Gruppe so richtig Dampf abgelassen hat, sollte man erst einmal eine Nacht schlafen, bevor man sich zu Wort meldet. Das gilt nicht nur für Fußballfans und Stammtische, sondern auch für Betriebsräte (ich weiß, wovon ich rede).
    Es ist sicherlich kein Zufall, dass Sie sich gerade unter dieser Rubrik zu Wort gemeldet haben, und ich vermute, dass Sie Ihre wahren Gründe gar nicht genannt haben. Was haben Sie dem Redaktionsteam eigentlich vorzuwerfen? Etwa dass es den Disput zwischen Pecuniarius und Renata zugelassen hat, statt ihn unter den Teppich zu kehren? Aus dieser Auseinandersetzung unter Einbeziehung von Paranoicus kann man lernen, dass es außerhalb der Betriebsräte Kompetenzen und
    Wissensressourcen gibt, die leider nicht genutzt, sondern eher bekämpft werden. Die Reaktion auf die Ausführungen von Pecuniarius war symptomatisch. Man könnte über die psychologischen Hintergründe spekulieren, aber das erspare ich mir. Ich finde es sehr sympathisch, dass das Redaktionsteam nicht den Korpsgeist eingefordert hat, den man von gewissen Standesvertretungen kennt. Ein Zeichen von Führungsschwäche sehe ich darin nicht, ganz im Gegenteil.
    Es fällt mir auf, dass Ihnen der beachtenswerte Beitrag von Outis keine einzige Zeile wert war.
    Für die Belange von Minderheiten scheinen Sie sich wenig zu interessieren.
    Nach diesen beiderseits deutlichen Worten könnte man daran gehen, das Ziehen am gemeinsamen Strang zu koordinieren. Der Gegenseite rate ich, mit dem Händereiben noch etwas zu warten, denn einen Bruderkampf wird es nicht geben. Das garantiere ich.

    AntwortenLöschen
  16. Paranoicus04.10.12, 22:48

    Im Gegensatz zur ehemaligen APO (Außerparlamentarische Opposition) ist die Außerbetriebsrätliche Kompetenz keine Oppositionsbewegung. Die ABK wendet sich nicht gegen den Betriebsrat im Allgemeinen, sondern gegen den Dilettantismus beratungsresistenter Betriebsräte, die nicht vom Verstand, sondern von dumpfen Ressentiments geleitet werden (Stichwort: Antiklassenprimusreflex).
    Auch wenn Manche jetzt meinen, das beschmutzte Nest werde beschmutzt, wird dieser Streit den Betriebsrat auf längere Sicht stärken. Keine besseren Aussichten für die andere Seite.

    AntwortenLöschen
  17. Grübelei im Redaktionsteam. Wir wissen nicht, ob diese ganze Diskussion an dieser Stelle noch zielführend ist. Es wäre doch sinnvoll, wenn sich die Diskutanten an einem Tisch statt in den Kommentarspalten treffen. Können wir da etwas vermitteln?

    AntwortenLöschen